Nachbarschaftsforum Niederaußem informiert sich über Rekultivierung im Rheinischen Revier



Nach der Kohleförderung kehrt die Natur zurück. Wie das funktioniert und welche Gebiete RWE im Rheinischen Revier bereits erfolgreich rekultiviert hat, erfuhren die Mitglieder des Nachbarschaftsforums Niederaußem am Dienstag, den 9. Oktober bei der 27. Sitzung.

Seit über 100 Jahren werden die ehemaligen Braunkohleabbaugebiete im Rheinland rekultiviert. Auf ehemaligen Tagebauflächen entstehen artenreiche Landschaften und wertvolle, landwirtschaftlich nutzbare Böden. Ob die Sophienhöhe, auf der kleine und große Spaziergänger bei der Haselmauswanderung die Tier- und Pflanzenwelt auf der rekultivierten Fläche erkunden können, oder die zum Biotop umgestaltete Kieswäsche im ehemaligen Tagebaubereich Garzweiler – rund 3.000 Tier- und über 1.300 Pflanzengattungen, darunter viele bedrohte Arten, haben sich in den über 30.000 Hektar rekultivierten Flächen im rheinischen Revier angesiedelt, berichtete Gregor Eßer, Leiter der Forschungsstelle Rekultivierung der RWE Power AG im Nachbarschaftsforum.

„Je mehr Standorte und Angebote für Pflanzen und Tiere wir schaffen, desto besser für die Artenvielfalt. So gestalten wir zahlreiche verschiedene Biotope und setzen Arten- und Naturschutzmaßnahmen um, wie etwa das Freischneiden von Orchideenstandorten oder die Errichtung von Korridoren für seltene Fledermäuse“, erklärte Eßer. „Zudem untersuchen wir, welche ökologischen Auswirkungen die Rekultivierungsarbeit hat und beobachten genau, wie sich Tiere und Pflanzen in Gebieten ansiedeln, in denen wir naturnahe Lebensräume wiederhergestellt haben“, so Eßer weiter. Alte Rekultivierungsflächen, zum Beispiel östlich von Liblar, zeigen, dass viele seltene und altwaldgebundene Vogel- und Fledermausarten in den dort entstandenen, mittlerweile 80jährigen Waldbeständen ein neues Zuhause gefunden haben. Ziel sei es, den Prozess der Rekultivierung ständig zu verbessern und zu dokumentieren.

Weitere aktuelle Themen des Forums

Das Nachbarschaftsforum Niederaußem tauschte sich zudem über den Stand des Genehmigungsverfahrens für das Braunkohlenkraftwerk am Standort Niederaußem (BoAplus) aus. Der Genehmigungsantrag für den Kraftwerksblock liegt weiterhin bei der Bezirksregierung Köln.

Im weiteren Verlauf informierte sich das Nachbarschaftsforum über die Überführung der Kraftwerksblöcke „Emil“ und „Friedrich“ in die Sicherheitsbereitschaft. Dr. Michael Wagner berichtete, dass die beiden Niederaußemer Anlagen Anfang Oktober planmäßig vom Netz und in die vierjährige Einsatzreserve gegangen sind. Darüber hinaus beschäftigte sich das Forum mit der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Münster über die Rodung im Hambacher Forst sowie den Auswirkungen auf Kohleförderung und Industrie in der Region. Aus der Arbeit der Kommission „Wachstum, Strukturwandel, Beschäftigung“ schließlich erhofft sich RWE ein schlüssiges Gesamtkonzept und fordert tragfähige Lösungen für alle Seiten.

Die nächste Sitzung des Nachbarschaftsforums Niederaußem findet am 12. März 2019 statt.