Im Fokus: Kraftwerkserneuerungs-
programm und Bedeutung für die Region

Oberaußem, 6. Juli 2010. Das Nachbarschaftsforum Niederaußem hat sich beim vierten Treffen unter anderem mit dem Kraftwerkserneuerungsprogramm (Vereinbarung von 1994 zwischen RWE Energie AG, Rheinbraun und der NRW-Landesregierung) befasst. Im Mittelpunkt standen dabei die Geschichte des Programms und die künftige Entwicklung in der Region. Außerdem informierten sich die Forumsmitglieder über die Rolle der RWE Power AG als Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor in der Region.

Dr. Hans-Peter Schiffer, RWE Power AG, gab zunächst einen Überblick zu den Inhalten des Kraftwerkserneuerungsprogramms. Er betonte, dass die ursprünglich im Programm genannten Punkte eingehalten würden, natürlich unter den Voraussetzungen externer Rahmenbedingungen (Politik, Wirtschaft, Technik). Etwa hätten Erkenntnisse zur KoBra-Technologie (KoBra = Kombiniertes Kraftwerk mit integrierter Kohlevergasung) dazu geführt, letztendlich die Entscheidung zugunsten der BoA (Braunkohlekraftwerk mit optimierter Anlagentechnik) zu treffen. Zugleich werde RWE das Kraftwerkserneuerungsprogramm fortsetzen.

Hans-Joachim Gille, Big BEN e.V., wies darauf hin, dass insbesondere Altanlagen nach dem geplanten Ersatz nicht oder nur mit Verzögerung abgeschaltet würden. Zwar sei zu unterstützen, dass neue Technik eingesetzt und ein höherer Wirkungsgrad erreicht werde. Der absolute Verbrauch der Braunkohle sei jedoch nicht zurückgegangen und die Braunkohle als heimische Ressource werde nicht geschont.

Darüber hinaus ging es auch um die Themen Fernwärme sowie um Förderprogramme für regenerative Energien oder den Einsatz von Braunkohle bei der KWK (Kraft-Wärme-Kopplung).

Von verschiedenen Seiten wurde im Forum gefordert, den Blick verstärkt in die Zukunft zu richten und zu fragen, wie sich die Region zukünftig mit der Braunkohle entwickeln solle. Dabei müsse man sich auch mit dem Thema KWK intensiv beschäftigen.

Die Mitglieder des Nachbarschaftsforums informierten sich auch über RWE als Arbeitgeber in der Region. Dazu erläuterte Hermann-Harald Könen, Betriebsrat RWE, dass 95 Prozent der 11.500 Arbeitnehmer in der Region leben und dadurch auch die lokale Wirtschaft stärken würden. Auch sind im Rheinischen Revier bei RWE rund 750 Auszubildende beschäftigt. Könen forderte dazu auf, Vereine, Schulen etc. in die Diskussion zum Klimaschutz und zur Braunkohleverstromung stärker einzubeziehen. Klimaschutz und Arbeitsplätze dürften sich nicht ausschließen.

Tilman Bechthold, Leiter des Kraftwerks Niederaußem, berichtete, die RWE Power AG beschäftige rund 800 eigene Mitarbeiter in Produktion, Instandhaltung und Verwaltung des Kraftwerks Niederaußem. Mehr als 300 Mitarbeiter seien zudem im Kohleveredelungsbetrieb Fortuna Nord tätig. Daneben, so Bechthold, sei RWE ein Partner für mittelständische Firmen in der Region. Verstärkt werden Aufträge an Unternehmen aus der Region vergeben.

In der kommenden Sitzung am 28. Oktober 2010 beschäftigt sich das Nachbarschaftsforum Niederaußem mit einer zukunftsfähigen Gestaltung der Energieregion sowie mit der zukünftigen Nutzung der Ressource Braunkohle.