Forum diskutiert über die Bedeutung von RWE für den regionalen Arbeitsmarkt

Bergheim-Niederaußem, 27. März 2012. Mit dem heimischen Arbeitsmarkt hat sich das Nachbarschaftsforum Niederaußem bei seiner zwölften Sitzung befasst: Die Teilnehmer diskutierten über die Energiewirtschaft als Standortfaktor im Rhein-Erft-Kreis und RWE als Arbeitgeber in der Region.

Einen Überblick zur Bedeutung der regionalen Energiewirtschaft gab Thorsten Zimmermann, Leiter der Zweigstelle Rhein-Erft der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Köln und Mitglied des Nachbarschaftsforums. Mit Blick auf die Braunkohle-Vorkommen in der Region und die eingesetzte Bergbau- und Kraftwerkstechnik  sprach er vom Rhein-Erft-Kreis als einer "Energieregion": "Wir sind der Überzeugung, dass Braunkohle auch weiterhin ein Standortfaktor und ein Innovationstreiber sein wird." Aus einer Umfrage unter allen produzierenden Unternehmen in ihrem Bezirk habe die IHK Köln elf energiepolitische Positionen abgeleitet. Darin gehe es unter anderem darum, die Rahmenbedingungen für die rheinische Braunkohle im Energiemix zu verbessern sowie die gesellschaftliche Akzeptanz für neue Kraftwerke und den Netzausbau zu stärken. Die Bedeutung der Energiewirtschaft für die Region machte Zimmermann auch an den Arbeitsplätzen fest: Nach Angaben des Statistischen Landesamtes Nordrhein-Westfalen seien mehr als vier Prozent der sozialwirtschaftlich Beschäftigten im Rhein-Erft-Kreis im Bergbau oder in der Energieversorgung tätig.

Jörg Kerlen von der RWE Power AG erklärte, dass das Energieunternehmen rund 12.000 Mitarbeiter im Rheinischen Revier habe, darunter 800 Auszubildende. Zusätzlich würden durch Aufträge von RWE Power und die Nachfrage der Mitarbeiter bei anderen Firmen weitere 14.000 Arbeitsplätze geschaffen. "Unser Ziel ist es, die Auftragsvergabe an Unternehmen im Rheinischen Revier zu fördern und den Arbeitsmarkt in der Region zu stärken", betonte Kerlen. Zudem entwickelt RWE Power laut Kerlen Flächen für Gewerbe und zum Wohnen. "Wir arbeiten dazu eng mit anderen Unternehmen und den Kommunen zusammen", sagte Kerlen. Als Beispiel nannte er den Gewächshauspark Neurath, für den RWE Power die Wärme bereitstellt. Mit Blick auf die geplante Kraftwerkserneuerung im Zuge des Projekts BoAplus erwartete Kerlen erhebliche regionale und gesamtwirtschaftliche Effekte. Die Investition durch den Neubau bringe eine zusätzliche Beschäftigung mit sich, die sich auf bis zu 3.800 Personen während der Kernbauzeit belaufe.

Auch mit der Lärmbelastung im Umfeld des Kraftwerks durch Kohlezüge befasste sich das Forum. Tilman Bechthold, Leiter des Kraftwerks Niederaußem, griff Fragen der Forumsteilnehmer auf und ging unter anderem auf das Zugspitzensignal ein. Dieses Signal sei vorgeschrieben, wenn der Zug geschoben werde und der Lokführer die Strecke somit nicht einsehen könne. Derzeit sei RWE Power im Gespräch mit den Behörden zu Alternativen. Auch die Frage nach zusätzlichem Lärmschutz in Auenheim prüfe der Energieversorger, derzeit seien jedoch keine weiteren Wände geplant. Das Forum diskutierte auch über den Bahnhof Niederaußem. Dort hatten sich einige Anwohner an das Forum und RWE Power gewandt, da sie den Eindruck hatten, dass der Zugverkehr im vergangenen Jahr zugenommen habe. Das betreffe die Zahl und Länge der Züge, aber auch das Lärmaufkommen durch den Zustand der Gleisanlage. Kraftwerksleiter Bechthold verwies darauf, dass die erwähnte Strecke vor allem von anderen Eisenbahnunternehmen genutzt werde. Er versicherte jedoch, der Anfrage nachzugehen und die entsprechenden Zuständigkeiten zu prüfen.

In der kommenden Sitzung am Dienstag, 3. Juli 2012, befasst sich das Nachbarschaftsforum Niederaußem mit dem Strukturwandel im Rheinischen Revier.