Umweltauswirkungen und Lärmschutz sind Themen im Nachbarschaftsforum

Bergheim-Niederaußem, 24. Januar 2012. Das Nachbarschaftsforum Niederaußem hat sich in seiner elften Sitzung mit den Umweltauswirkungen der Erneuerung des Kraftwerks Niederaußem und der Lärmbelastung durch den Eisenbahnbetrieb der RWE Power AG beschäftigt.

Dr. Jürgen Altenburg von der RWE Power AG erläuterte, dass mit der geplanten Kraftwerkserneuerung durch BoAplus die Auswirkungen auf das Umfeld reduziert werden könnten. Als Vorteile nannte Altenburg insbesondere einen geringeren Kohleverbrauch, niedrigere Kohlendioxid-Emissionen und einen geringeren Ausstoß weiterer Luftschadstoffe. Außerdem wies er auf den geplanten Hybridkühlturm und die Stilllegung alter Kraftwerksblöcke hin. Während die Kühlturmschwaden der beiden 600-MW-Blöcke und der BoA1 erhalten bleiben, würde sich durch die Stilllegung der vier 300-MW-Blöcke die Verschattung durch Kühlturmschwaden im Wesentlichen in Auenheim und Niederaußem verringern. Hans-Joachim Gille von der Bürgerinitiative Big BEN e.V. geht davon aus, dass sich die Verschattung in den nördlichen und östlichen Stadtteilen im Umland des Kraftwerks nur marginal reduzieren wird.

Das Interesse der Forumsteilnehmer galt auch den Lärmbelastungen bei einer Kraftwerkserneuerung. "Wir werden die Belastungen beim Bau des neuen Kraftwerksblocks möglichst gering halten", betonte Altenburg. Er erläuterte, dass nach Inbetriebnahme des neuen Kraftwerksblocks eine geringere Lärmbelastung für Auenheim und Niederaußem zu erwarten sei. 

Die derzeitige Lärmbelastung durch den Eisenbahnbetrieb im Umfeld des  Kraftwerks schilderte Wolfgang Sewelies vom Bürgerverein St. Florian 1991 e.V. Auenheim. "Wir haben das Gefühl, dass immer mehr Züge fahren", sagte er. Auch nachts seien Züge der RWE Power AG unterwegs, sodass die Einwohner von Auenheim vom Hupen der Züge wach würden. Sewelies forderte, den Schallschutz in diesem Stadtteil zu verbessern. Ralf Czense, Ortsbürgermeister von Auenheim, ergänzte, auch der Staub beim Transport der Kohle sei ein Problem. 

Laut Oliver Röggener von der RWE Power AG ist zu erwarten, dass künftig zwar mehr Kohle pro Jahr entlang Niederaußem und Auenheim transportiert werde. Dafür falle jedoch weniger Abraum an, der transportiert werden müsse.  "Die Zahl der Transporte wird also insgesamt weiter zurückgehen", betonte Röggener. Bei einer Umsetzung von BoAplus werde die Transportleistung des Eisenbahnbetriebs weiter abnehmen. Er führte das darauf zurück, dass mit der Erneuerung des Kraftwerks weniger Kohle benötigt werde.

Röggener verwies auch auf Maßnahmen zum Lärmschutz. So werde der Grabenbunker des Kraftwerks Niederaußem von 22 bis 6 Uhr nicht beliefert, auch ein Rangieren im Bahnhof Niederaußem werde nachts vermieden. Ausgenommen seien betriebliche Ausnahmesituationen, erklärte Röggener. Er wies darauf hin, dass innerbetriebliche Bahnüberwege bei Niederaußem reduziert worden seien und somit ein Hupen der Züge an diesen Stellen vermieden werde. Zudem werde die Staubbelastung durch eine Befeuchtung der Kohletransporte reduziert. Röggener sicherte zu, die Anmerkungen der Forumsteilnehmer mit Blick auf einen besseren Staub- und Lärmschutz zu prüfen. Zudem verwies er auf das Bürgertelefon des Eisenbahnbetriebs mit der Rufnummer 02271-75149999.

In der kommenden Sitzung am Dienstag, 27. März 2012, befasst sich das Nachbarschaftsforum Niederaußem mit der Bedeutung der RWE Power AG für den regionalen Arbeitsmarkt.