Forum thematisiert Netzausbau im Rahmen der Energiewende

Bergheim-Niederaussem, 22. Januar 2013. In seiner fünfzehnten Sitzung hat sich das Nachbarschaftsforum Niederaussem heute vor allem mit der Zukunft des Netzausbaus in der Bundesrepublik im Rahmen der Energiewende befasst.  Weitere Themen waren unter anderem die Stilllegung aller 150-MW-Blöcke im rheinischen Revier sowie der Stand der Genehmigungsverfahren zu BoAplus.

Über den aktuellen Stand und die weiteren Planungen des Netzausbaus im Kontext der Energiewende informierte Svenja Michels, Mitarbeiterin des Referats Netzentwicklungsplanung der Bundesnetzagentur, die Teilnehmer auf Einladung des Nachbarschafsforums. In ihrem Vortrag stellte Michels verschiedene  Szenarien möglicher Entwicklungen vor, in denen der Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen wie Braunkohle eine unterschiedliche Gewichtung zukommt, je nachdem wie der weitere Ausbau der Erneuerbaren Energien verläuft. Diese Szenarien dienen als Grundlage für die Entwicklung des Netzentwicklungsplanes und des Bundesbedarfsplans der Bundesnetzagentur.

Dieser Bundesbedarfsplan wurde Ende letzten Jahres im Kabinett verabschiedet und ins Gesetzgebungsverfahren eingebracht. Nun könne die Detailplanung im Netzausbau weiter vorangetrieben werden.

In diesem Zusammenhang wies die Referentin beispielsweise auf die drohenden Kapazitätsprobleme vor allem in der Mitte und im Süden der Bundesrepublik hin. Insbesondere die aus den sogenannten Offshore-Windparks an den deutschen Küsten gewonnene erneuerbare Energie müssten über neue und bestehende Trassen nach Süddeutschland, aber auch ins Rheinland transportiert werden. „Aktuell sind unsere Netze für den Transport der erneuerbaren Energien von Nord nach Süd aber nicht ausreichend“, berichtete Michels. „Deshalb geht es nicht ohne weiteren Netzausbau“.

Besonderes Interesse hatten die Teilnehmer des Nachbarschaftsforums dann auch an der genauen Lage der geplanten Leitungen. Hier wünschten sie sich bald möglichst Klarheit, auch im Interesse der Region.

Ein weiteres Thema im Forum war die am 31. Dezember letzten Jahres erfolgte Stilllegung aller 150-MW-Blöcke einschließlich der Blöcke A und B des Kraftwerks Niederaussem. Über den aktuellen Stand des Genehmigungsverfahrens zur Kraftwerkserneuerung durch BoAplus am Standort Niederaussem informierte Dr. Hans-Peter Schiffer von der RWE Power AG die Teilnehmer. Er stellte den aktuellen Stand im Verfahren vor und gab einen Ausblick auf den weiteren Verlauf. Die Genehmigungsverfahren würden dabei kontinuierlich von den zuständigen Verwaltungen vorangetrieben. Aktuell würden die Einwendungen im Planverfahren ausgewertet. Schiffer rechnete mit den nächsten Verfahrensschritten ab Frühjahr 2013.

Hans-Peter Schiffer beantwortete auch eine Frage aus der letzten Sitzung zu den Arbeiten zwischen der B477 und der Eisenbahnlinie. Er berichtete, dass in diesem Gebiet nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht wurde und noch bis Ende Februar archäologische Erkundungen durchgeführt würden.

In der kommenden Sitzung am 4. Juni 2013 beschäftigt sich das Nachbarschaftsforum Niederaussem mit dem Stand der Diskussion um den Klimaschutzplan in Nordrhein-Westfalen.