Nachbarschaftsforum informiert sich zu Planungen für neuen Kraftwerksblock

Bergheim-Niederaußem, 11. Oktober 2011. Im Nachbarschaftsforum Niederaußem hat Dr. Johannes Lambertz, Vorstandsvorsitzender der RWE Power AG, heute erstmals die Planungen zu BoAplus vorgestellt, einem neuen Kraftwerksblock am Standort Niederaußem.

Das Nachbarschaftsforum Niederaußem hat sich bei seiner neunten Sitzung mit dieser neuen Planung am Kraftwerksstandort Bergheim-Niederaußem auseinandergesetzt, für die das Unternehmen am vergangenen Freitag die Änderung des Regionalplans angeregt hat. Vorstandsvorsitzender Lambertz begrüßte die Gelegenheit zum Austausch mit den Forumsteilnehmern: "Es  ist wichtig für einen Industriestandort wie Deutschland, dass man über solche Projekte mit Respekt diskutiert, sich gegenseitig wertschätzt und einander zuhört."

Der Vorstandsvorsitzende erläuterte den  Forumsteilnehmern, wie der neue Kraftwerksblock aussehen soll: Der geplante Kraftwerksblock soll über eine Leistung von 1.100 Megawatt (MW) verfügen und eine Weiterentwicklung des Braunkohlenkraftwerks mit optimierter Anlagentechnik (BoA) sein. Dieser neue Block würde über mehrere Jahrzehnte in der Braunkohle rund 1.000 Arbeitsplätze sichern. Im Gegenzug würde in Niederaußem eine mehr als kapazitätsgleiche Stillegung erfolgen: Wenn der neue Kraftwerksblock ans Netz gehe, würden vier alte 300 MW-Blöcke stillgelegt. Lambertz ging auch auf die Technik des geplanten Kraftwerksblocks ein. Mit der neuen Anlage werde ein höherer Wirkungsgrad angestrebt, der bei mehr als 45 Prozent liegen werde. Mit Blick auf die Diskussion in der Region sei zudem ein Hybridkühlturm geplant, mit dem in Auenheim und Niederaußem die Verschattung durch sichtbare Schwaden reduziert werden solle. Einige Forumsteilnehmer äußerten die Befürchtung, dass der neue Kraftwerksblock trotz dieser Technologien die Umgebung stärker beeinträchtigen könnte. Bedenken gab es etwa hinsichtlich einer stärkeren Konzentration von Kraftwerken in der gesamten Region, aber auch mit Blick auf ein erhöhtes Verkehrsaufkommen beim Bau eines neuen Kraftwerksblocks.

Das Forum diskutierte auch über die Frage, ob ein effizienter und sparsamer Einsatz von Energie nicht dazu beitragen könne, langfristig auf konventionelle Kraftwerke verzichten zu können. Dazu sagte RWE-Power-Vorsitzender Lambertz: "Energieeffizienz ist die erste Bürgerpflicht: Jede Energie, die nicht benötigt wird, muss nicht produziert werden." Strom werde jedoch häufig auch benötigt, um andere Energiearten einzusparen. Mit Blick auf die Energiewende verwies Lambertz auf das Thema Versorgungssicherheit: Konventionelle Kraftwerke würden auch weiterhin benötigt, insbesondere um Zeiträume abzudecken, in denen erneuerbare Energien witterungsbedingt keinen Strom erzeugen können.

Ein Teilnehmer erkundigte sich, wohin Wärme gehen sollte, falls im neuen Kraftwerksblock eine Kraft-Wärme-Kopplung zum Einsatz käme. Vorstandsvorsitzender Lambertz erläuterte, dass die Möglichkeit zur Nutzung dieser Technologie offen gehalten werden solle, wenn die Wärme entsprechend benötigt werde. Das sei derzeit jedoch noch nicht absehbar. Sollte im neuen Kraftwerksblock auch Biomasse eingesetzt werden - laut RWE Power könnten bis zu 700.000 Tonnen pro Jahr zum Einsatz kommen, werde es sich dabei nur um unbelastete Biomasse - keine Althölzer oder Biomüll - handeln.

In der kommenden Sitzung am Dienstag, 22. November 2011, befasst sich das Nachbarschaftsforum Niederaußem mit der Begründung für die Wahl des Standorts für das Projekt BoAplus sowie mit den Auswirkungen eines neuen Kraftwerksblocks auf die umliegenden Orte.