Blick auf die Region: Forum diskutiert über Emissionen und Immissionen

Bergheim-Niederaußem, 5. Juli 2011. Mit Emissionen und Immissionen rund um den Kraftwerksstandort hat sich das Nachbarschaftsforum Niederaußem befasst. Dazu informierten sich die Forumsteilnehmer über die Werte in der Region, das Thema Feinstaub sowie die Auswirkungen von Emissionen auf die Gesundheit. 

Emissionen und Immissionen im rheinischen Braunkohlerevier standen im Zentrum der achten Sitzung des Nachbarschaftsforums Niederaußem. Tilman Bechthold, Leiter des Kraftwerks Niederaußem, gab einen Überblick zu Emissionen, die beim Betrieb des Kraftwerks entstehen. Mit Blick auf die emittierten Luftschadstoffe wie Staub, Stickoxide oder Schwefeloxide erläuterte Bechthold, dass die tatsächlichen Emissionen am Standort deutlich unter den genehmigten Grenzwerten lägen. "Wir versuchen, möglichst viele Emissionen im Kraftwerk zurückzuhalten", erklärte er. Der Schadstoffausstoß lasse sich durch neue Anlagen mit besserem Wirkungsgrad senken.

Die Immissionen im Rheinischen Braunkohlerevier betrachtete Dr. Klaus Vogt vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW in seinem Vortrag. Bei der Überwachung dieser Immissionen liege der Schwerpunkt auf dem Feinstaub, der neben dem Straßenverkehr auch bei industriellen Prozessen entstehe. Vogt erläuterte den Forumsmitgliedern, das Landesamt überwache intensiv die Luftqualität mit Blick auf den Feinstaub im Umfeld der Rheinischen Tagebaue. Die Messdaten würden zur Analyse von Ursachen genutzt, erklärte Vogt: "Erhöhte Feinstaubbelastungen werden durch spezifische technische Anlagen wie Bandsammelanlagen und Kohlebunker verursacht." Auf Grundlage der Messdaten würden dann Luftreinhaltepläne erstellt und Maßnahmen zur Senkung der Feinstaubwerte ergriffen.

Gesundheitliche Auswirkungen erläuterte Professor Thomas Eikmann vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen. Medizinisch relevant sei die Gesamtbelastung, die auf die Menschen einwirke, erklärte er den Forumsteilnehmern. Diese setze sich aus der vorhandenen Belastung in einer Region - etwa durch den Straßenverkehr - zusammen, zu der eine Zusatzbelastung durch eine spezifische Anlage komme. "In der Regel hat diese Zusatzbelastung durch Großkraftwerke im Vergleich zur bereits vorhandenen Belastung einen geringen Anteil", sagte er und verwies in seinem Vortrag auf das Beispiel eines geplanten Kraftwerks in Niedersachsen.

Die Forumsteilnehmer diskutierten auch über die Bedeutung des CO2-Ausstoßes am Standort Niederaußem. Dabei ging es um die Frage nach den Folgen für das Klima und den weltweiten Emissionshandel. Dr. Hans-Peter Schiffer von der RWE Power AG verwies zudem auf die Anforderungen aus dem Regionalrat hinsichtlich einer künftigen absoluten CO2-Minderung.

In der kommenden Sitzung am Dienstag, 11. Oktober 2011, befasst sich das Nachbarschaftsforum Niederaußem mit den Beschlüssen zur Energiewende und den Auswirkungen auf die Region.