Forum diskutiert über die Verschattung im Umkreis von Kohlekraftwerken

Bergheim-Niederaußem, 3. Mai 2011. Mit dem Zusammenhang von Landwirtschaft und Verschattung im Umfeld von Kohlekraftwerken befasste sich das Nachbarschaftsforum Niederaußem bei der siebten Sitzung im Informationszentrum am Innovationszentrum Kohle. Außerdem besuchte das Forum den Ortsteil Auenheim.

Die Auswirkungen der Dampfschwaden von Kühltürmen auf die Umgebung von Kohlekraftwerken standen im Mittelpunkt der siebten Sitzung des Nachbarschaftsforums Niederaußem. Dr. Cornelia Perseke-Ockelmann vom Deutschen Wetterdienst gab einen Überblick zu den Messungen im Umkreis der Kraftwerke Niederaußem und Neurath. Die Messstationen des Deutschen Wetterdienstes seien in stark verschatteten Gebieten sowie außerhalb dieser Bereiche aufgestellt.

Laut Perseke-Ockelmann berücksichtigen die Messungen Werte wie die Lufttemperatur, den Niederschlag und die sogenannte Globalstrahlung, die sich aus der direkten und der gestreuten Sonneneinstrahlung zusammensetzt. Die Messungen hätten ergeben, dass an den kraftwerksnahen Stationen im Fall einer Verschattung eine geringere Globalstrahlung und Auswirkungen auf die Temperatur festzustellen seien.

Der ackerbauliche Berater Dr. Johann Frahm berichtete den Forumsmitgliedern, die Auswirkungen von Kühlturmschwaden auf die Landwirtschaft seien bisher schwierig zu bestimmen. Die Ergebnisse würden überlagert von anderen Einflüssen wie der Witterung des Jahres oder lokalen Wetterbedingungen. "Einzelne Kühlturmschwaden verursachen aber durchaus kurzfristige Erschwernisse für die Landwirte", sagte Frahm.

Landwirt Dr. Willi Kremer-Schillings erklärte den Forumsmitgliedern, dass ein Anstieg der Nachttemperatur messbar sei und die Verschattung einen Einfluss auf die Photosynthese der Pflanzen im Umkreis von Kraftwerken ausübe. Kremer-Schillings ging zudem darauf ein, inwiefern Pflanzen in diesen Gebieten weniger Kohlenhydrate einlagern. Dazu verwies er auf das Beispiel der Zuckerrübe: Der Zuckergehalt sei im Mittelwert geringer bei Rüben, die aus dem Umfeld des Kraftwerkes stammten. "Im Einzelfall ist es jedoch schwierig festzustellen, ob ein Schaden durch die Verschattung entsteht", sagte Kremer-Schillings. Dazu seien die Einflüsse auf die Bewirtschaftung zu vielfältig.

Zahlreiche Forumsmitglieder schlossen sich einem Rundgang durch den Ortsteil Auenheim an, der an das Gelände des Kraftwerks Niederaußem angrenzt. Ralf Czense, Ortsbürgermeister von Auenheim, wies auf die Bahnstrecke am Ortsrand hin, auf der Kohle in die umliegenden Kraftwerke gelangt. Die Belieferung der Kraftwerke und damit das Lärmproblem durch das Hupen der Züge nehme zu, sagte der Ortsbürgermeister. Er hoffe, dass sich mit RWE dafür eine Lösung finden lasse.

In der kommenden Sitzung am Dienstag, 5. Juli 2011, beschäftigt sich das Nachbarschaftsforum Niederaußem mit dem Thema Emissionen und Immissionen.