Forum diskutiert über das Thema Ausgleichsmaßnahmen und besichtigt Maschinen- und Kesselhaus 

Bergheim-Niederaußem, 2. Oktober 2012. Im Mittelpunkt der vierzehnten Sitzung des Nachbarschaftsforums Niederaußem stand das Thema Ausgleichsmaßnahmen und Flächenbedarf.  Außerdem hatten die Forumsmitglieder Gelegenheit, bei einer anschließenden Begehung das Maschinen- und Kesselhaus des Kraftwerkes Niederaußem kennen zu lernen.
 
„Ausgleich und Flächenbedarf bedeutet, dass verschiedene Maßnahmen umgesetzt werden, um nach einem Eingriff die Landschaft neu zu gestalten, den Naturhaushalt aufzuwerten und den Bürgerinnen und Bürgern neuen Naherholungsraum zu bieten“, führte Antonia Kühl von der Smeets Landschaftsarchitekten Planungsgesellschaft mbH in Erftstadt in das zentrale Thema der vierzehnten Sitzung des Nachbarschaftsforums Niederaußem ein. Im Mittelpunkt ihres Vortrages standen Informationen zu Ausgleichsmaßnahmen und Flächenbedarf bei der Errichtung großtechnischer Braunkohlenkraftwerke sowie zum konkreten Verfahren. Als Beispiel griff die Landschaftsarchitektin das Kraftwerk in Neurath und die dort umgesetzten Maßnahmen auf. Ein entsprechendes Vorgehen sei auch für BoAplus am Standort Niederaußem vorgesehen.
 
„Generell gilt es, bei einer Planung die Möglichkeiten der Vermeidung zu prüfen“, sagte Kühl. Bei unvermeidbaren Eingriffen in Naturhaushalt und Landschaftsbild durch ein Projekt gelte es per Bundesnaturschutzgesetz, die Eingriffe auf den geplanten Flächen und im Umkreis durch spezielle Verfahren und Methoden zu bewerten und den konkreten Kompensationsbedarf zu ermitteln. Zum Ausgleich oder Ersatz seien zahlreiche landschaftspflegerische und artenschutzrechtliche Maßnahmen möglich, so die Expertin. „Es besteht ein funktionaler Zusammenhang zwischen den Flächen, die verloren gehen und den neu zu planenden Maßnahmen.“ Dazu zählten Begrünungen und Bepflanzungen, Aufforstungen, neue Räume für gefährdete Arten, aber auch Sichtschutzmaßnahmen.
Der Vortrag traf bei den Forumsmitgliedern auf großes Interesse, insbesondere dahingehend, welche Maßnahmen für BoAplus geplant seien und inwiefern eine Mitwirkung der Öffentlichkeit möglich sei. Auch betonten die Teilnehmer die Notwendigkeit einer Planung mit „besonderem Augenmaß“.
Dr. Hans-Peter Schiffer von der RWE Power AG erläuterte daraufhin, dass der Verfahrensstand im Genehmigungsverfahren die Diskussion einer konkreten Maßnahmenplanung aktuell noch nicht zuließe.
 
In seinem eigenen Vortrag hatte Schiffer zuvor auf die Lage im Genehmigungsverfahren geblickt: So sind zurzeit die Unterlagen zur Änderung des Regionalplans Köln offengelegt, um Bürgern und Behörden Gelegenheit für Stellungnahmen zu geben. Anschließend werden die Stellungnahmen und Einwendungen ausgewertet, bevor weitere Schritte erfolgen. Auch bei den weiteren Verfahren, der Änderung des Flächennutzungsplans der Stadt Bergheim und der Aufstellung eines Bebauungsplans, wird bis Mitte Oktober die frühzeitige Beteiligung von Öffentlichkeit und Behörden durchgeführt.
Die offengelegten Unterlagen sind unter folgenden Links einsehbar:
http://www.o-sp.de/bergheim/plan/beteiligung.php
http://www.bezreg-koeln.nrw.de/brk_internet/gremien/regionalrat/index.html 
 
Im Anschluss an die Sitzung nutzten Forumsmitglieder die Möglichkeit, das Maschinen- und Kesselhaus des bestehenden Kraftwerks bei einer Begehung aus der Nähe zu sehen. Die Führung hatten die Mitglieder in der letzten Sitzung des Nachbarschaftsforums im Juli angeregt.
 
In der kommenden Sitzung am Dienstag, 22. Januar 2013 beschäftigt sich das Nachbarschaftsforum Niederaußem voraussichtlich mit den Themen „Netzausbau und Speicher“ und dem Klimaschutzgesetz in Nordrhein-Westfalen.