Erneuerbare Energien und Versorgungssicherheit sind Themen des Nachbarschaftsforums Niederaußem



Welche Rolle spielen bereits heute Erneuerbare Energien im Rheinischen Revier? Wie sieht die Zukunft konventioneller Kraftwerke aus und wie gestaltet RWE die Energiewende? – Diese Fragen standen am Dienstag, den 10. Oktober, im Mittelpunkt der 25. Sitzung des Nachbarschaftsforums Niederaußem.

innogy ist eines der führenden deutschen Energieunternehmen und bei der Windenergie einer der großen Betreiber in Europa. „Wir entwickeln, bauen und betreiben Anlagen für die Stromerzeugung und Energiegewinnung aus regenerativen Quellen. Unser Ziel ist der zügige weitere Ausbau der Erneuerbaren Energien, aus eigener Kraft und mit Partnern. Einer unserer Schwerpunkte liegt im Rheinischen Revier“, erläuterte Michael Germelmann, Referent für Märkte und Regulierung bei innogy. Er berichtete dem Nachbarschaftsforum Niederaußem, dass auch die Photovoltaik ein Wachstumsfeld für innogy ist.

Welche Bedeutung Erneuerbare Energien gerade auch für die Region haben, machte er anhand einiger Beispiele deutlich: So hat innogy in den vergangenen zehn Jahren rund 50 Windenergieanlagen im Rheinischen Revier entwickelt und errichtet. „Dabei ist es uns wichtig, Partner mit im Boot zu haben. So betreiben wir auf der Königshovener Höhe mit der Stadt Bedburg (49%) einen der größten Windparks in NRW. Dies kommt durch die Entlastung des Haushalts auch den einzelnen Bürgern zugute. Und in Bergheim haben wir diesen Monat auf der Wiedenfelder Höhe vier neue Windenergieanlagen in Betrieb genommen“, berichtete Germelmann.

Im Zuge des weiteren Verlaufs ließ sich das Nachbarschaftsforum die neue RWE-Strategie erläutern. Unter dem Motto „Zukunft. Sicher. Machen.“ legt RWE den Fokus seines Geschäftsmodells auf die Gewährleistung von Versorgungssicherheit. So wolle das Unternehmen auf Basis seines großen flexiblen Kraftwerkparks zu einem der wichtigsten Anbieter gesicherter elektrischer Leistung werden. Der Hintergrund: Das Gelingen der Energiewende hängt stark davon ab, ob Verbraucher die Sicherheit haben, dass Strom fließt – egal ob gerade die Sonne scheint oder der Wind weht. Auch bei einem weiteren starken Ausbau der Erneuerbaren Energien wird es Zeiten geben, in denen deren aktuelle Stromproduktion nicht für die Versorgung ausreicht. Hier wolle RWE einspringen, um für Sicherheit und Stabilität im Energiesystem zu sorgen. Dafür prüft der Konzern unter anderem auch Investitionen in neue Technologien wie etwa Speicher.

Nachwuchssicherung im Rheinischen Revier
Für diese Zukunftsaufgabe gilt es, sich auch personell zu wappnen und Nachwuchskräfte im Rheinischen Revier zu sichern. So informierte Dr. Michael Wagner, Kraftwerksleiter am Standort Niederaußem, das Forum über die aktuelle Nachwuchssicherung: RWE werde allein im Rheinland bis 2019 etwa 360 Mitarbeiter einstellen, die möglichst eigene Auszubildende sein sollen. In 2018 und 2019 sollen zudem jeweils 35 junge Leute mehr ausgebildet werden.

Weitere aktuelle Themen des Forums
Das Nachbarschaftsforum Niederaußem tauschte sich außerdem über den Stand des Genehmigungsverfahrens für das Braunkohlenkraftwerk am Standort Niederaußem (BoAplus) aus. Dr. Michael Wagner teilte mit: Der im Juli 2017 ergänzte Genehmigungsantrag für den Kraftwerksblock liegt derzeit zur abschließenden Feststellung der Vollständigkeit bei der Bezirksregierung Köln. Ein Termin für die anschließende Öffentlichkeitsbeteiligung stehe noch nicht fest.
Weitere Themen, mit denen sich das Forum beschäftigte, waren die Schritte des Netzausbaus in Deutschland und der neue Spezialtransformator am Kraftwerk Niederaußem, der eine flexible Stromeinspeisung nicht nur ins Übertragungsnetz, sondern auch ins Verteilnetz ermöglicht und seit Mai 2017 erfolgreich in Betrieb ist.
Die nächste Sitzung des Nachbarschaftsforums Niederaußem findet am 20. Februar 2018 statt.